Degus halten: Gehege, zuckerfreies Futter & Gruppenhaltung

Drei Degus sitzen nebeneinander auf einer WurzelFoto: Arjan Haverkamp, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Weitere Nager3 Min. LesezeitAktualisiert am von der Redaktion

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Degus stammen aus den trockenen Gebirgsregionen Chiles und sind – anders als viele andere Nager – tagaktiv. Sie sind neugierig, kommunizieren mit einer Vielzahl an Lauten und leben in Gruppen. Für Halterinnen und Halter bringen sie zwei besondere Herausforderungen mit: Degus nagen beharrlich an allem, was nicht aus Metall, Glas oder Stein ist, und sie neigen stark zu Diabetes. Wer das von Anfang an berücksichtigt, hat lange Freude an diesen faszinierenden Tieren.

Degus auf einen Blick
  • Gruppe: mindestens zwei, besser drei bis vier gleichgeschlechtliche Tiere.
  • Gehege: nagefest, ab etwa 1 m² Grundfläche mit mehreren Ebenen.
  • Futter: Heu, getrocknete Kräuter, zuckerfreies Degufutter – kein Obst, keine Leckerli mit Zucker.
  • Lebenserwartung: meist fünf bis acht Jahre, teils mehr.
  • Aktivität: tagaktiv mit Ruhephasen.

Gruppe statt Einzelhaltung

Degus leben in Familienverbänden und dürfen nicht allein gehalten werden. Ideal sind Geschwistergruppen aus zwei bis vier Weibchen oder Männchen. Gemischte Gruppen nur mit kastrierten Männchen. Die Vergesellschaftung fremder erwachsener Degus ist möglich, braucht aber Zeit und neutrales Terrain.

Das Gehege: groß und nagefest

Degus zernagen Holz, Kunststoff und Acryl in kurzer Zeit. Ein Holzgehege hält deshalb nur, wenn alle Kanten mit Metall geschützt sind. Bewährt haben sich:

  • Große Metallkäfige mit engem Gitterabstand (etwa 1,2 bis 1,5 cm) und durchgehenden Ebenen.
  • Volieren oder Eigenbauten aus Metallrahmen und Volierendraht.
  • Glas- oder Fliesenböden und -wände in Kombination mit Gitter.

Als Untergrenze für zwei bis vier Degus gilt eine Grundfläche von etwa 1 m² mit einer Höhe von rund einem Meter und mehreren großflächigen Ebenen. Mehr Platz ist immer besser.

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Nagervoliere für Degus

Montana Cages Nagervoliere Sevilla 150, ca. 150 × 65 × 161 cm

Ideal für: Ratten, Degus und als Basis für Chinchillas.

Große Voliere mit ungiftiger AVILON-Pulverbeschichtung, Holzplattformen und Leitern, sechs Lenkrollen und Plexiglas-Schürzen gegen herausfliegende Einstreu. Die vier Fronttüren klappen zu Aussichtsplattformen auf.

  • Rund 1 m² Grundfläche und 1,6 m Höhe
  • Pulverbeschichtetes Metall
  • Komplett mit Ebenen und Leitern
  • Teuer und groß
  • Holzplattformen werden von Degus angenagt

Die pulverbeschichtete Metallvoliere ist ausdrücklich für Ratten und Degus gebaut und erfüllt mit rund 1 m² Grundfläche und 1,6 m Höhe die Mindestempfehlung für eine kleine Degugruppe. Die mitgelieferten Holzplattformen werden mit der Zeit angenagt – rechne damit, sie zu ersetzen oder durch Fliesen- und Metallböden zu ergänzen.

Holz-Nagarien sind für Degus ungeeignet

Ein unbehandeltes Holzgehege ohne Metallschutz wird von Degus binnen Tagen angenagt – im schlimmsten Fall entstehen Fluchtlöcher. Wähle für Degus immer ein nagefestes Gehege aus Metall und Glas.

Einrichtung

  • Einstreu: saugfähige, staubarme Einstreu in einer Höhe von 15 bis 20 cm, gemischt mit Heu und Stroh – Degus graben gern.
  • Sandbad: täglich zugänglich, mit Chinchillasand.
  • Laufrad: mindestens 30 cm Durchmesser, besser größer, mit geschlossener Lauffläche – aus Metall, weil Holz und Kunststoff zernagt werden.
  • Häuser aus Ton, Stein oder dickem Massivholz (Holz wird verbraucht und muss ersetzt werden).
  • Nagematerial: Zweige von ungespritzten Obstbäumen, Haselnuss, Weide.
Metall-Laufrad

Montana Cages Metalllaufrad für Degus und Chinchillas, Ø 38 cm

Ideal für: Degus und Chinchillas.

Großes Laufrad aus pulverbeschichtetem Stahl mit 38 cm Durchmesser, 15 cm Tiefe, Kugellager und geschlossener Rückwand gegen Einklemmen.

  • Nagefest aus Metall
  • Groß genug für Degus und Chinchillas
  • Leise dank Kugellager
  • Teuer
  • Braucht viel Platz
Badesand

Dehner Chinchilla-Sand, tonhaltig, 5 kg

Ideal für: Sandbad für Chinchillas, Degus, Hamster und Rennmäuse.

Feinkörniger Spezialsand mit glatten, abgerundeten Körnern zur Fellpflege – staubarm und leicht durch Aussieben zu reinigen. Für Chinchillas, Rennmäuse, Hamster und Degus.

  • Fein und abgerundet
  • Staubarm
  • Großer 5-kg-Sack
  • Regelmäßig sieben und austauschen
Degu sitzt auf einem Ast
Foto: Arjan Haverkamp, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Futter: zuckerfrei ist Pflicht

Degus haben einen Stoffwechsel, der auf karge, faserreiche Nahrung ausgelegt ist. Zucker – auch Fruchtzucker – kann zu Diabetes führen, der bei Degus häufig mit Grauem Star (Linsentrübung) einhergeht. Deshalb gilt:

  • Heu rund um die Uhr als Grundlage.
  • Getrocknete Kräuter, Blätter und Blüten als wichtigster Zusatz.
  • Degufutter ohne Zucker, Melasse, Obst und Getreideflocken in kleinen Mengen.
  • Frischfutter wie Kräuter, Salate und Gemüse mit wenig Zucker (z. B. Gurke, Paprika in kleinen Mengen, Löwenzahn) – langsam angewöhnen.
  • Kein Obst, keine Möhren in größeren Mengen, keine Rosinen, keine Joghurtdrops, keine Leckerli mit Zucker.
Getrocknete Kräuter

JR FARM Kräutergarten, 500 g im 5-l-Eimer

Ideal für: Kaninchen, Meerschweinchen, Degus und Chinchillas als Ergänzung.

Mischung aus neun getrockneten Kräutern, darunter Pfefferminze, Kamille, Petersilie, Luzerne, Melisse und Brennnessel – ohne künstliche Zusätze.

  • Neun Kräuter, ohne Zucker
  • Ideal für Futterspiele
  • Praktischer Eimer
  • Enthält Luzerne – sparsam füttern

Gesundheit

Neben Diabetes sind Zahnprobleme häufig, wenn nicht genug Heu und Nagematerial angeboten wird. Achte auf Gewichtsverlust, vermehrtes Trinken, trübe Augen und verändertes Fressverhalten. Wichtig: Degus können bei grobem Festhalten am Schwanz die Schwanzhaut verlieren – nie am Schwanz greifen.

Häufige Fragen

Wie viele Degus sollte man halten?

Mindestens zwei, besser drei bis vier gleichgeschlechtliche Tiere – am besten Geschwister.

Dürfen Degus Obst essen?

Nein. Degus neigen zu Diabetes, und Obst enthält viel Zucker. Getrocknete Kräuter und Blätter sind die bessere Belohnung.

Sind Degus nachtaktiv?

Nein, Degus sind tagaktiv mit mehreren Ruhephasen. Das macht sie zu spannenden Beobachtungstieren.

Warum brauchen Degus ein Metallgehege?

Weil sie Holz, Kunststoff und Acryl schnell zernagen. Ein nagefestes Gehege verhindert Ausbrüche und Verletzungen durch verschluckte Kunststoffteile.

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