Ratten halten: Käfig, Gruppe, Freilauf & Beschäftigung

Schwarz-weiße FarbratteFoto: AlexK100, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Weitere Nager3 Min. LesezeitAktualisiert am von der Redaktion

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Wer Ratten nur aus dem Keller kennt, wird von Farbratten überrascht sein: Sie sind neugierig, lernfähig, verspielt und suchen oft aktiv den Kontakt zu ihren Menschen. Viele Halterinnen und Halter staunen, wie eng sich Ratten an ihre Menschen binden können. Gleichzeitig sind Ratten anspruchsvoll: Sie brauchen Artgenossen, viel Platz zum Klettern, täglichen Freilauf und geistige Beschäftigung.

Ratten auf einen Blick
  • Gruppe: mindestens drei Tiere – Weibchengruppen oder kastrierte Böcke.
  • Käfig: groß und hoch, Gitterabstand höchstens etwa 2 cm.
  • Freilauf: täglich, in einem rattensicheren Bereich.
  • Lebenserwartung: meist zwei bis drei Jahre.
  • Aktivität: vor allem dämmerungs- und nachtaktiv.

Warum mindestens drei Ratten?

Ratten leben in großen Familienverbänden. Zu zweit kann die Gruppe schnell zerbrechen, wenn ein Tier stirbt – das verbleibende Tier ist dann allein, und Ratten altern schnell. Mit mindestens drei Tieren bleibt immer ein Partner. Bewährt haben sich Weibchengruppen oder kastrierte Männchen. Unkastrierte Böcke können sich ebenfalls vertragen, markieren aber stärker.

Der Rattenkäfig

Ratten klettern hervorragend und nutzen die Höhe. Ein guter Rattenkäfig ist deshalb:

  • Groß: Für drei bis vier Ratten gilt eine Grundfläche ab etwa 0,5 m² (z. B. 100 × 50 cm) mit einer Höhe von rund einem Meter als Untergrenze. Mehr ist immer besser.
  • Mehrstöckig, aber mit Zwischenböden und Hängematten, die Stürze aus großer Höhe abfangen.
  • Mit kleinem Gitterabstand: höchstens etwa 2 cm, bei Jungtieren und zierlichen Weibchen eher weniger – sonst können Ratten entwischen oder hängen bleiben.
  • Mit geschlossenen Böden statt Gitterböden, die auf Dauer die Pfoten belasten.
  • Gut zugänglich: Große Türen erleichtern Reinigung und Kontakt.
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Viel Platz für Gruppen

Montana Cages Nagervoliere Sevilla 150, ca. 150 × 65 × 161 cm

Ideal für: Ratten, Degus und als Basis für Chinchillas.

Große Voliere mit ungiftiger AVILON-Pulverbeschichtung, Holzplattformen und Leitern, sechs Lenkrollen und Plexiglas-Schürzen gegen herausfliegende Einstreu. Die vier Fronttüren klappen zu Aussichtsplattformen auf.

  • Rund 1 m² Grundfläche und 1,6 m Höhe
  • Pulverbeschichtetes Metall
  • Komplett mit Ebenen und Leitern
  • Teuer und groß
  • Holzplattformen werden von Degus angenagt

Die große Nagervoliere bietet mit 150 × 65 cm Grundfläche und gut 1,6 m Höhe reichlich Kletterraum für eine Rattengruppe. Holzplattformen und Leitern sind dabei, Plexiglas-Schürzen halten Einstreu im Käfig. Ergänze Hängematten zwischen den Ebenen, damit es keine großen Fallhöhen gibt.

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Enges Gitter

HABUTWAY Kleintierkäfig aus Metall, 93 × 58 × 99 cm

Ideal für: Kleine Rattengruppen.

Zweistöckiger Metallkäfig mit 1,3 cm Gitterabstand, ausziehbarer Bodenwanne, Rampe mit Flanellbezug, Hängematte und Rollen.

  • Sehr enger Gitterabstand (1,3 cm)
  • Ausziehbare Wanne
  • Fahrbar
  • Für Ratten nur mit täglichem Freilauf ausreichend

Mit 1,3 cm Gitterabstand ist dieser Metallkäfig auch für junge und zierliche Ratten ausbruchsicher. Die Grundfläche von rund 93 × 58 cm reicht für eine kleine Gruppe von drei Tieren – vorausgesetzt, sie bekommen täglich ausgiebigen Freilauf.

Gitterabstand prüfen

Viele Großkäfige für Kleintiere oder Vögel haben Gitterabstände von 2,5 cm oder mehr. Junge Ratten passen da hindurch. Prüfe die Herstellerangabe vor dem Kauf genau oder sichere den Käfig mit Volierendraht nach.

Ratte liegt in einer Hängematte im Käfig
Foto: AviationFreak, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

Einrichtung

  • Hängematten und Kuschelhöhlen aus Stoff – Ratten lieben sie, und sie dienen als Fallschutz.
  • Kletterseile, Brücken und Leitern zwischen den Ebenen.
  • Häuser zum Schlafen – sie werden oft gemeinsam genutzt.
  • Einstreu: staubarm, z. B. Papier- oder Hanfeinstreu. Ratten haben empfindliche Atemwege; stark staubende oder duftende Einstreu ist ungeeignet.
  • Buddelkiste mit Erde oder Papierschnipseln für die Futtersuche.
Hängematte

TRIXIE Hängematte für Ratten und Kleinnager, 30 × 30 cm

Ideal für: Ratten.

Kuschelige Hängematte aus Polyester mit Lammfell-Optik zum Aufhängen im Käfig.

  • Beliebter Schlafplatz
  • Fallschutz zwischen Ebenen
  • Günstig
  • Waschen und bei Fadenbildung ersetzen
Klettern

Nobby Kletterseil aus Baumwolle, 100 cm

Ideal für: Ratten.

Dickes Baumwollseil (Ø 25 mm) mit sechs Knoten zum Klettern und Verbinden von Ebenen.

  • Verbindet Ebenen
  • Baumwolle
  • Angefressene Fasern regelmäßig kontrollieren

Täglicher Freilauf

Auch im besten Käfig brauchen Ratten täglich mindestens eine bis zwei Stunden Freilauf in einem rattensicheren Bereich. Ratten nagen Kabel, Möbel und Bücher an und quetschen sich durch kleinste Spalten. Ein abgesperrter Auslaufbereich oder ein gesichertes Zimmer mit Kletterlandschaft, Tunneln und Verstecken ist ideal. Freilauf ist auch die beste Zeit, um mit deinen Ratten zu spielen und zu trainieren.

Futter

Ratten sind Allesfresser. Bewährt hat sich:

  • Basis: eine hochwertige Getreide- und Saatenmischung ohne Zucker, Farbstoffe und Pellets mit Melasse.
  • Täglich Frischfutter: Gemüse wie Paprika, Brokkoli, Möhre, Gurke, Salat, Kräuter, etwas Obst.
  • Tierisches Eiweiß in Maßen: gekochtes Ei, ungewürztes gekochtes Hähnchen, Insekten.
  • Nicht füttern: Süßigkeiten, gesalzene Snacks, rohe Bohnen, rohe Kartoffeln, Zitrusfrüchte für Böcke, scharf Gewürztes.

Gesundheit

Ratten sind anfällig für Atemwegserkrankungen und Tumoren, vor allem im Alter. Achte auf Niesen, Röcheln, rötlichen Ausfluss an Augen oder Nase („Porphyrin“), Gewichtsverlust und Knoten unter der Haut. Suche frühzeitig eine Tierarztpraxis mit Erfahrung in der Behandlung von Ratten.

Häufige Fragen

Wie viele Ratten sollte man halten?

Mindestens drei, damit nach dem Tod eines Tieres kein Tier allein zurückbleibt. Größere Gruppen sind für Ratten noch schöner.

Wie groß muss ein Rattenkäfig sein?

Für drei bis vier Ratten mindestens etwa 100 × 50 cm Grundfläche und rund einen Meter Höhe – besser größer. Zusätzlich brauchen Ratten täglichen Freilauf.

Welcher Gitterabstand ist für Ratten sicher?

Höchstens etwa 2 cm, für junge Ratten und kleine Weibchen eher 1,2 bis 1,5 cm.

Werden Ratten zahm?

Ja, meist sehr. Mit Geduld, ruhigem Umgang und Belohnungen werden die meisten Ratten zutraulich und kommen von selbst zu ihren Menschen.

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