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Kaninchen sind reine Pflanzenfresser mit einem hochspezialisierten Verdauungssystem. Ihr Magen-Darm-Trakt ist darauf ausgelegt, den ganzen Tag über kleine Mengen faserreicher, energiearmer Nahrung aufzunehmen – vor allem Gräser, Kräuter und Blätter. Weil ihre Zähne lebenslang wachsen, müssen sie zudem viel kauen. Wer Kaninchen richtig füttern will, orientiert sich deshalb an dem, was wild lebende Kaninchen fressen: Wiese, Heu, Kräuter und Blätter. Bunte Futtermischungen aus dem Handel gehören nicht dazu.
- Heu muss rund um die Uhr in großer Menge verfügbar sein.
- Grünfutter (Wiese, Kräuter, Blattgemüse) ist die zweite Säule – täglich und reichlich.
- Gemüse und wenig Obst ergänzen den Speiseplan.
- Trockenfutter, Getreide, Brot und Leckerli mit Zucker sind überflüssig oder schädlich.
- Frisches Wasser immer anbieten, am besten im Napf.
Warum Heu so wichtig ist
Heu liefert Rohfaser, die den empfindlichen Kaninchendarm in Bewegung hält. Gleichzeitig nutzt das lange Kauen die ständig nachwachsenden Backenzähne ab. Fehlt Heu, drohen Verdauungsstörungen bis hin zum lebensgefährlichen Darmstillstand und Zahnprobleme, die oft erst spät bemerkt werden. Ein Kaninchen sollte täglich etwa eine Heumenge in der Größe seines eigenen Körpers fressen können – lieber zu viel anbieten als zu wenig.
Gutes Heu riecht aromatisch, ist grünlich bis hellbraun, staubarm und frei von Schimmel. Wie du gutes Heu erkennst und wo du es günstig bekommst, erklärt unser Ratgeber Heu kaufen.
JR FARM Bergwiesen-Heu, 2,5 kg
Ideal für: Zum Kennenlernen einer guten Heusorte oder als Ergänzung.
Kräuterreiches Heu von bayerischen Wiesen mit hohem Rohfasergehalt – gut für Zahnabrieb und Verdauung. Ohne künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe.
- Kräuterreich, wird gern gefressen
- Gut zum Ausprobieren
- Aus Bayern
- Pro Kilo teurer als Großgebinde
Grünfutter: die zweite Säule
In der Natur fressen Kaninchen vor allem frische Pflanzen. Grünfutter enthält viel Wasser, Vitamine und Mineralstoffe und sorgt dafür, dass die Tiere genug Flüssigkeit aufnehmen. Gesunde, daran gewöhnte Kaninchen können Grünfutter in großen Mengen bekommen.
Gut geeignet sind zum Beispiel:
- Wiese: Gräser, Löwenzahn, Breit- und Spitzwegerich, Gänseblümchen, Klee in Maßen, Schafgarbe, Brennnessel (angewelkt)
- Kräuter: Petersilie, Dill, Basilikum, Melisse, Pfefferminze, Koriander
- Blattgemüse und Salate: Romanasalat, Endivie, Feldsalat, Rucola, Chicorée, Radicchio
- Gemüsegrün: Möhrengrün, Kohlrabiblätter, Fenchelgrün, Selleriegrün
- Zweige und Blätter: Apfel, Birne, Haselnuss, Weide, Brombeere (mit Blättern)
Gemüse wie Fenchel, Sellerie, Paprika oder Gurke ergänzt den Plan. Karotten sind wegen ihres Zuckergehalts eher eine Beilage als Hauptfutter – das Möhrengrün ist für Kaninchen wertvoller als die Rübe.

Futter langsam umstellen
Der Kaninchendarm reagiert empfindlich auf plötzliche Änderungen. Kaninchen, die bisher vor allem Trockenfutter bekommen haben, musst du über mehrere Wochen an Grünfutter gewöhnen:
- Mit kleinen Mengen einer einzelnen, gut verträglichen Sorte beginnen (z. B. Romanasalat oder Petersilie).
- Täglich die Menge leicht steigern und nach einigen Tagen eine weitere Sorte ergänzen.
- Den Kot beobachten: Er sollte rund, fest und trocken bleiben. Wird er weich, die Menge wieder reduzieren.
- Trockenfutter parallel schrittweise reduzieren, bis es ganz wegfällt.
- Im Frühjahr auch die Wiese langsam einführen – junges Gras ist besonders energiereich.
Frisst ein Kaninchen nicht mehr, setzt keinen Kot mehr ab oder sitzt aufgekrümmt in der Ecke, ist das ein Notfall. Ein Darmstillstand kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Bitte geh sofort zur Tierarztpraxis oder in den Notdienst.
Getrocknete Kräuter und Blüten
Im Winter oder als Ergänzung bieten sich getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter an. Sie sind kein Ersatz für Frisches, bringen aber Abwechslung und lassen sich gut im Heu verstecken oder für Futterspielzeug verwenden.
JR FARM Kräutergarten, 500 g im 5-l-Eimer
Ideal für: Kaninchen, Meerschweinchen, Degus und Chinchillas als Ergänzung.
Mischung aus neun getrockneten Kräutern, darunter Pfefferminze, Kamille, Petersilie, Luzerne, Melisse und Brennnessel – ohne künstliche Zusätze.
- Neun Kräuter, ohne Zucker
- Ideal für Futterspiele
- Praktischer Eimer
- Enthält Luzerne – sparsam füttern
Was Kaninchen nicht fressen sollten
- Getreide, Brot, Knäckebrot und Haferflocken – zu stärkehaltig, sie stören die Darmflora.
- Bunte Futtermischungen mit Pellets, Körnern, Johannisbrot, Erbsenflocken oder getrocknetem Obst.
- Knabberstangen, Joghurtdrops und Leckerli mit Honig, Zucker oder Milchbestandteilen.
- Kohl in großen Mengen und Hülsenfrüchte wie Bohnen – blähend.
- Zwiebelgewächse, Avocado, Kartoffeln (roh und grün), Rhabarber und Zimmerpflanzen – teils giftig. Eine ausführliche Liste findest du unter giftige Pflanzen für Kleintiere.
- Obst nur in kleinen Mengen, weil es viel Zucker enthält.
Wasser
Auch wenn Kaninchen mit viel Grünfutter weniger trinken, muss immer frisches Wasser bereitstehen. Ein schwerer Keramiknapf entspricht der natürlichen Trinkhaltung besser als eine Nippeltränke. Mehr dazu in Trinkflasche oder Napf?.
TRIXIE Keramiknapf mit abgerundetem Rand, 600 ml
Ideal für: Wasser und Frischfutter für Kaninchen.
Schwerer Keramiknapf (Ø 19 cm) mit nach innen gebogenem Rand, der das Herauswerfen von Futter erschwert. Laut Hersteller auch als Sandbad für Hamster geeignet.
- Schwer und kippsicher
- Großes Volumen für Wasser
- Leicht zu reinigen
- Draußen bei Frost nicht frostsicher
Beispiel: ein Futtertag für zwei Kaninchen
| Zeit | Futter |
|---|---|
| Ganztägig | Heuraufe und Heuplatz reichlich gefüllt, frisches Wasser |
| Morgens | Eine große Portion Blattgemüse und Kräuter, z. B. Romanasalat, Petersilie, Fenchelgrün |
| Abends | Eine große Portion Wiese oder Blattsalat, dazu etwas Gemüse wie Fenchel oder Sellerie |
| Zwischendurch | Zweige mit Blättern zum Knabbern, Futter im Spielzeug versteckt |
Häufige Fragen
Wie viel Grünfutter braucht ein Kaninchen am Tag?
Gesunde, gut angefütterte Kaninchen können täglich große Mengen Grünfutter bekommen – als grobe Orientierung werden oft 10 bis 15 Prozent des Körpergewichts angegeben, viele Halter füttern mehr. Wichtig ist eine langsame Gewöhnung und dass Heu weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung steht.
Brauchen Kaninchen Trockenfutter?
Nein. Bei abwechslungsreicher Fütterung mit Heu und Grünfutter ist Trockenfutter überflüssig. Bei kranken, sehr alten oder untergewichtigen Tieren kann die Tierarztpraxis spezielle Ergänzungen empfehlen.
Dürfen Kaninchen Karotten fressen?
Ja, aber in Maßen. Karotten enthalten verhältnismäßig viel Zucker. Das Grün der Möhre ist für Kaninchen wertvoller und kann reichlicher gefüttert werden.
Ist Obst gesund für Kaninchen?
In kleinen Mengen, etwa ein Apfelstück als Belohnung, ist Obst in Ordnung. Wegen des Zuckergehalts sollte es kein fester Bestandteil der täglichen Fütterung sein.



