Kaninchen-Innengehege: Größe, Bauarten & Kaufberatung

Widderkaninchen liegt auf einem Holzhaus in einem Innengehege aus GitterelementenFoto: Hugo Bayet, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)
Kaninchen5 Min. LesezeitAktualisiert am von der Redaktion

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Wer Kaninchen in der Wohnung hält, steht schnell vor der wichtigsten Frage überhaupt: Wo und wie sollen die Tiere wohnen? Die ehrliche Antwort fällt anders aus als das, was viele Zoofachgeschäfte im Regal stehen haben. Ein klassischer Kaninchenkäfig mit 100 oder 120 cm Länge ist für zwei Kaninchen kein Zuhause, sondern höchstens ein Rückzugsort. Kaninchen sind Lauftiere: Sie rennen, schlagen Haken, springen und buddeln. In diesem Ratgeber erfährst du, wie groß ein Kaninchengehege innen sein muss, welche Bauarten sich bewähren und worauf du beim Kauf achten solltest.

Unsere Empfehlungen auf einen Blick

Viel Fläche am Stück

Wiltec 216 × 116 cm

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Erweiterbar

EUGAD modular

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Mit Bodenschutz

SONGMICS mit Unterlage

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Günstiger Baustein

lionto Metall

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Wie viel Platz brauchen Kaninchen in der Wohnung?

Tierschutzorganisationen empfehlen für zwei Kaninchen mindestens 6 m² Fläche, die rund um die Uhr zur Verfügung steht. Das entspricht etwa einem Gehege von 3 × 2 Metern. Für jedes weitere Tier sollte die Fläche wachsen. Wichtig ist nicht nur die Quadratmeterzahl, sondern auch der Zuschnitt:

  • Mindestens eine Seite sollte rund 2 Meter lang sein, damit die Tiere Anlauf nehmen und ein paar Hoppelsprünge am Stück machen können.
  • Die Höhe muss reichen, damit ein Kaninchen aufrecht „Männchen“ machen kann. Bei offenen Gehegen ohne Dach genügen je nach Rasse 60 bis 80 cm Gitterhöhe – vorausgesetzt, die Tiere springen nicht hinaus.
  • Täglicher Zusatzauslauf im Zimmer ist schön, ersetzt aber nicht das ausreichend große Grundgehege.
Käfig ist kein Gehege

Ein handelsüblicher Kaninchenkäfig von 100 × 50 cm bietet gerade einmal 0,5 m² – ein Zwölftel der empfohlenen Fläche. Wenn du bereits einen Käfig hast, nutze ihn als Schlaf- und Fressplatz mit dauerhaft geöffneter Tür innerhalb eines größeren Geheges.

Die drei bewährten Bauarten

1. Gitter- oder Steckgehege

Steckgehege bestehen aus einzelnen Gitterelementen, die du zu einem Rechteck, einem L oder einer beliebigen Form verbinden kannst. Sie sind die günstigste Lösung, lassen sich schnell auf- und abbauen und passen sich jedem Raum an. Achte auf:

  • Ausreichend viele Elemente: Viele Sets bilden in der Standardform nur 1 bis 1,5 m². Für 6 m² brauchst du meist zwei oder mehr Sets – kaufe gleich so viel, dass es reicht.
  • Stabile Verbinder, damit kräftige Kaninchen die Elemente nicht auseinanderschieben.
  • Gitterabstand, durch den der Kopf nicht passt – bei Zwergkaninchen besonders wichtig.

2. Laufställe aus Metall

Große Freilaufgehege aus verchromtem oder verzinktem Metall bieten viel Fläche am Stück und sind sehr stabil. Modelle mit Gitterdach verhindern zuverlässig, dass sprungfreudige Kaninchen hinausspringen – und lassen sich im Sommer auch im Garten nutzen.

3. Eigenbau oder abgetrennte Zimmerecke

Viele erfahrene Halterinnen und Halter bauen sich ein Gehege selbst – zum Beispiel aus Holzrahmen mit verzinktem Volierendraht oder mit Regalelementen. Auch eine abgetrennte Zimmerecke oder ein ganzes kaninchensicheres Zimmer ist ideal. Der Eigenbau lohnt sich besonders, wenn du einen Raum optimal ausnutzen möchtest.

Graues Widderkaninchen liegt entspannt auf einem Teppich in der Wohnung
Foto: Hugo Bayet, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

Die besten Gehege für drinnen

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Viel Fläche am Stück

Wiltec Freilaufgehege für Kleintiere, 216 × 116 × 65 cm

Ideal für: Kaninchen und Meerschweinchen als großes Grundgehege oder Gartenauslauf.

Großes Freilaufgehege aus verchromtem Metall mit Gitterdach und Sonnenschutz. Rund 2,5 m² Grundfläche in einem Set, vier Türen für bequemen Zugang, schnell auf- und abgebaut – drinnen wie draußen einsetzbar.

  • Rund 2,5 m² in einem einzigen Set
  • Gitterdach schützt vor Ausbrüchen und Greifvögeln
  • Vier Türen, schneller Aufbau
  • Für zwei Kaninchen allein noch zu klein – zwei Sets oder Zusatzauslauf einplanen
  • Ohne Boden: drinnen Bodenschutz, draußen Untergrabschutz nötig

Mit 216 × 116 cm bietet dieses Metallgehege rund 2,5 m² in einem einzigen Set – deutlich mehr als typische Kleintiergehege. Zwei Sets nebeneinander ergeben etwa 5 m², mit etwas Zusatzauslauf erreichst du die empfohlenen 6 m². Das Gitterdach mit Sonnenschutz verhindert Ausbrüche und erlaubt auch den Einsatz im Garten.

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Erweiterbar

EUGAD Freigehege für Kleintiere, erweiterbar

Ideal für: Flexible Innengehege für Kaninchen und Meerschweinchen in jeder Zimmerecke.

Modulares Gehege aus lackierten Metallgittern (je 35 × 35 cm) und Kunststoffplatten, das sich in Länge, Höhe und Form frei zusammenstecken lässt. Der Drahtabstand von 1,5 cm hält auch kleine Tiere sicher. Laut Hersteller nur für den Innenbereich gedacht.

  • Frei kombinierbar, auch als L- oder U-Form
  • Enger Drahtabstand von 1,5 cm
  • Mit weiteren Sets erweiterbar
  • Ein Set allein reicht für Kaninchen nicht
  • Nicht für draußen geeignet
  • Kabelbinder-Verbindungen brauchen etwas Geduld beim Aufbau

Das erweiterbare Freigehege ist eine gute Wahl, wenn du flexibel bleiben willst: Die Elemente lassen sich verschieden anordnen und mit weiteren Sets kombinieren. Plane von Anfang an mit mehreren Paketen, damit die Fläche wirklich ausreicht.

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Mit Bodenschutz

SONGMICS Kleintiergehege mit Unterlage, 143 × 73 × 46 cm

Ideal für: Als Baustein für größere Innengehege oder Toiletten- und Schlafbereich.

Steckgehege aus halbtransparenten Kunststoffplatten mit abnehmbarer, wasserfester Unterlage aus Oxford-Gewebe. Die Platten lassen sich zu L-Formen oder zwei Ebenen kombinieren und mit einem feuchten Tuch abwischen.

  • Wasserfeste Unterlage schützt den Boden
  • Glatte Wände, leicht zu reinigen
  • Modular kombinierbar
  • Mit ca. 1 m² allein zu klein für Kaninchen
  • Kunststoff wird von manchen Tieren angenagt

Praktisch an diesem Gehege ist die mitgelieferte wasserdichte Unterlage, die den Boden schützt. Allein ist es mit rund 1 m² aber viel zu klein für zwei Kaninchen – sieh es als Baustein, den du mit weiteren Elementen oder einem zweiten Set kombinierst, oder als Gehegeteil für den Schlaf- und Toilettenbereich.

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Günstiger Baustein

lionto Freigehege für Kleintiere aus Metall, 144 × 74 × 46 cm

Ideal für: Mehrere Sets zu einem großen Gehege für Kaninchen oder Meerschweinchen verbinden.

Steckgehege aus Metallgittern mit abgerundeten Kanten und Anti-Rutsch-Pads. Der Gitterabstand beträgt 2,5 cm, mehrere Sets lassen sich zu größeren Flächen verbinden. Innen und außen nutzbar.

  • Günstiger Einstieg, gut kombinierbar
  • Anti-Rutsch-Pads schonen den Boden
  • Innen und außen einsetzbar
  • Ein Set hat nur ca. 1 m²
  • Gitterabstand 2,5 cm – bei Jungtieren prüfen
  • Kein Dach

Das Metall-Steckgehege ist mit rund 1 m² allein zu klein, lässt sich aber günstig mit weiteren Sets kombinieren. Der Gitterabstand von 2,5 cm passt für ausgewachsene Kaninchen; bei sehr kleinen Jungtieren solltest du ihn prüfen.

Innengehege für Kaninchen im Vergleich (Herstellerangaben)
ModellMaßeFlächeMaterialDachEinsatzPaneeleGitterabstandBodenschutzLink
Wiltec 216 × 116 cm216 × 116 × 65 cmca. 2,5 m²verchromtes MetallGitter + Sonnenschutzinnen & außen–––Amazon*
EUGAD modular––Metallgitter + PP-Platten–nur innen35 × 35 cm1,5 cm–Amazon*
SONGMICS mit Unterlage143 × 73 × 46 cmca. 1 m²PP-Kunststoff–innen––Unterlage inklusiveAmazon*
lionto Metall144 × 74 × 46 cmca. 1 m²Metall–innen & außen–2,5 cm–Amazon*

Den Boden schützen

Kaninchen sind meist schnell stubenrein, wenn sie eine Toilette haben – trotzdem geht mal etwas daneben, und Heu und Einstreu landen überall. Bewährt haben sich:

  • PVC- oder Vinylbelag als durchgehende, wischbare Unterlage. Er schützt Parkett und Teppich zuverlässig. Wichtig: Glatte Böden sind rutschig, deshalb darüber Teppiche, Läufer oder Matten aus Naturmaterial legen.
  • Waschbare Teppiche und Baumwollläufer, damit die Tiere Halt haben. Kontrolliere regelmäßig, ob sie angeknabbert werden – verschluckte Kunstfasern können zu Verdauungsproblemen führen.
  • Kaninchentoiletten mit Einstreu und Heu darüber in einer oder zwei Ecken – Kaninchen fressen gern, während sie auf der Toilette sitzen.

So richtest du das Innengehege ein

Ein großes Gehege ist erst der Anfang. Damit sich Kaninchen wohlfühlen, brauchen sie Struktur:

  • Je Tier mindestens ein Unterschlupf, idealerweise mit zwei Ausgängen, damit kein Tier in die Enge getrieben wird. Häuser mit flachem Dach dienen zugleich als Aussichtsplattform.
  • Heuraufe oder Heuplatz, der rund um die Uhr gefüllt ist. Mehr dazu im Heuraufen-Ratgeber.
  • Schwere Wassernäpfe, aus denen Kaninchen natürlich trinken können – siehe Trinkflasche oder Napf?.
  • Buddelkiste, Tunnel und Ebenen für Beschäftigung. Ideen findest du in unserem Ratgeber zur Kaninchen-Beschäftigung.
  • Rutschfeste Flächen und unterschiedliche Untergründe.
Erstausstattung im Überblick

Was du sonst noch für den Start brauchst – von der Transportbox bis zur Küchenwaage – haben wir in der Kaninchen-Erstausstattung zusammengestellt.

Wohnungshaltung: Darauf solltest du achten

  • Kabel sichern: Kaninchen nagen Stromkabel an. Im Auslaufbereich gehören Kabel in Kabelkanäle oder hinter Möbel.
  • Giftige Zimmerpflanzen außer Reichweite stellen – eine Übersicht findest du unter giftige Pflanzen für Kleintiere.
  • Standort: hell, aber ohne pralle Sonne, ohne Zugluft und nicht direkt neben der Heizung. Kaninchen vertragen Wärme schlecht – Temperaturen über 25 °C werden schnell kritisch.
  • Ruhe: Kaninchen sind Fluchttiere. Ein Platz neben dem lauten Fernseher oder im Durchgangsflur ist ungeeignet.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein Kaninchengehege für zwei Kaninchen mindestens sein?

Empfohlen werden mindestens 6 m² Fläche, die den Tieren dauerhaft zur Verfügung steht – also etwa 3 × 2 Meter. Eine Seite sollte rund 2 Meter lang sein, damit die Tiere Anlauf nehmen können.

Reicht ein Käfig, wenn die Kaninchen täglich Auslauf bekommen?

Nein. Kaninchen sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv – also genau dann, wenn sie im Käfig eingesperrt wären. Deshalb sollte die empfohlene Fläche dauerhaft verfügbar sein. Ein Käfig kann mit offener Tür als Rückzugsort im Gehege dienen.

Können Kaninchen frei in der Wohnung leben?

Ja, eine kaninchensichere Wohnung oder ein eigenes Kaninchenzimmer ist eine sehr gute Haltungsform. Kabel, giftige Pflanzen und Möbel müssen dann konsequent gesichert sein.

Brauchen Kaninchen im Innengehege ein Dach?

Meist nicht. Bei ausreichend hohen Wänden (ab etwa 60 bis 80 cm) springen die meisten Kaninchen nicht hinaus. Leben andere Haustiere im Haushalt oder springen deine Tiere sehr hoch, ist eine Abdeckung sinnvoll.

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