Kaninchengehege selber bauen: Anleitung für ein sicheres Außengehege

Holzhütte mit eingezäuntem Auslauf für Kaninchen in einem GartenFoto: Sir Morosus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)
Kaninchen3 Min. LesezeitAktualisiert am von der Redaktion

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Fertige Kaninchenställe sind fast immer zu klein, und wirklich raubtiersichere Gehege in ausreichender Größe gibt es kaum zu kaufen. Deshalb bauen viele Halterinnen und Halter ihr Außengehege selbst – und das lohnt sich: Ein Eigenbau lässt sich genau an den Garten anpassen, bietet mehr Fläche und ist mit dem richtigen Material sicherer als die meisten Fertiglösungen. Diese Anleitung zeigt die wichtigsten Schritte.

Das Wichtigste in Kürze
  • Fläche: mindestens 6 m² für zwei Kaninchen, besser 8 bis 12 m².
  • Begehbar planen (ca. 1,80 bis 2 m hoch) – das erleichtert Reinigung und Pflege.
  • Verschweißter Volierendraht mit mindestens 1 mm Drahtstärke, kein Sechseckgeflecht.
  • Untergrabschutz an allen Seiten oder flächig unter dem Gehege.
  • Rundum geschlossen – auch das Dach.

1. Planung

Bevor du Material kaufst, kläre:

  • Standort: halbschattig, eben, nicht in einer Senke, windgeschützt, in Sicht- und Hörweite des Hauses.
  • Größe: Für zwei Kaninchen mindestens 6 m², eine Seite mindestens 2 Meter lang. Größer ist besser – viele bauen 3 × 3 oder 4 × 3 Meter.
  • Einteilung: überdachter, trockener Bereich mit Schutzhütte, Rasenfläche, Buddelecke, Unterstände.
  • Zugang: eine Tür, durch die du bequem mit Schubkarre oder Eimer hineinkommst.
  • Genehmigung: Je nach Bundesland und Größe kann ein fest gebautes Gehege genehmigungspflichtig sein. Erkundige dich bei größeren Bauten bei deiner Gemeinde.

2. Material

MaterialWofürHinweis
Kantholz (z. B. 7 × 7 cm), druckimprägniert oder lasiertRahmen und PfostenInnen anliegende Holzteile ungiftig behandeln oder mit Draht schützen
Verschweißter Volierendraht, 19 × 19 mm, ab ca. 1 mm DrahtstärkeSeitenwände und DachKein Kaninchen-/Hasendraht mit Sechseckgeflecht
Volierendraht oder RasengittersteineUntergrabschutz40–60 cm tief oder flächig
Wellplatten, Doppelstegplatten oder DachpappeTeilüberdachungSchatten und trockene Fläche
Agraffen, Krampen, EdelstahlschraubenBefestigungDraht dicht an Holz befestigen, keine Lücken
Riegel mit Karabiner oder VorhängeschlossTürMarder und Waschbären öffnen einfache Riegel
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Starker Draht: 1,45 mm

KrapTrap Volierendraht 19 × 19 mm, 1,45 mm, 1 × 20 m

Ideal für: Außenwände und Dach raubtiersicherer Kaninchengehege.

Feuerverzinkter, punktgeschweißter Volierendraht mit 19 × 19 mm Maschenweite und kräftiger Drahtstärke von 1,45 mm – laut Hersteller auch als Marderdraht geeignet.

  • Sehr kräftige Drahtstärke
  • Punktgeschweißt und feuerverzinkt
  • 20 m Rolle
  • Schwerer zu verarbeiten als dünner Draht

Mit 1,45 mm Drahtstärke und punktgeschweißten Kreuzungspunkten ist dieser Volierendraht deutlich robuster als dünnes Geflecht. Für die Wände eines Kaninchengeheges ist das eine sehr gute Wahl.

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2 m hoch

Garmix Volierendraht 19 × 19 mm, 1,05 mm, 2 × 20 m

Ideal für: Begehbare Außengehege.

Punktverschweißter, feuerverzinkter Volierendraht in 2 Metern Höhe – praktisch für begehbare Gehege ohne horizontale Stöße.

  • 2 m hoch – ideal für begehbare Gehege
  • Punktverschweißt
  • Drahtstärke über 1 mm
  • Große Rolle, schwer zu handhaben

Die 2 Meter hohe Rolle spart bei begehbaren Gehegen Stöße und Arbeit. Mit 1,05 mm Drahtstärke liegt sie im empfohlenen Bereich.

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Für Innenbereiche & Abtrennungen

Aquagart Volierendraht 19 × 19 mm, 0,9 mm, 1 × 20 m

Ideal für: Innenabtrennungen und Untergrabschutz.

Feuerverzinkter, punktgeschweißter Volierendraht mit 0,9 mm Drahtstärke, leicht mit dem Seitenschneider zuzuschneiden.

  • Leicht zu verarbeiten
  • Punktgeschweißt
  • Günstig
  • Für Außenwände gegen Raubtiere eher dünn

Mit 0,9 mm Drahtstärke eignet sich diese Rolle gut für Innenabtrennungen, Zwischenwände oder den Untergrabschutz. Für Außenwände, an denen Marder und Füchse rütteln, empfehlen wir stärkeren Draht.

3. Bauanleitung Schritt für Schritt

  1. Fläche abstecken und den Boden ebnen.
  2. Untergrabschutz verlegen: Entweder einen 40 bis 60 cm tiefen Graben entlang des Umfangs ausheben und Draht senkrecht einsetzen, oder Volierendraht flächig unter der Grasnarbe auslegen und an den Wänden hochziehen.
  3. Pfosten setzen: Eckpfosten und Zwischenpfosten im Abstand von etwa 1 bis 1,5 m, z. B. mit Einschlaghülsen oder Punktfundamenten.
  4. Rahmen bauen: Querriegel oben und unten verschrauben, Dachrahmen aufsetzen.
  5. Draht montieren: Von innen oder außen straff anbringen, Bahnen überlappen lassen und eng mit Krampen befestigen. Unten mit dem Untergrabschutz verbinden.
  6. Dach schließen: komplett mit Draht, dazu eine Teilüberdachung aus Platten für Regen- und Sonnenschutz.
  7. Tür einsetzen: stabile Rahmenkonstruktion, zwei Verschlüsse, keine Spalten.
  8. Einrichten: isolierte Schutzhütte, Unterstände, Buddelecke, mehrere Heu- und Wasserstellen.
Kaninchen sitzt in einem Gehege aus Drahtgitter auf Klee
Foto: Eulersidentity, CC0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

4. Einrichtung

  • Schutzhütte erhöht auf Füßen, isoliert und mit Stroh gepolstert – siehe Kaninchen im Winter.
  • Mehrere Unterstände und Verstecke mit zwei Ausgängen.
  • Buddelecke mit Sand oder Erde.
  • Schattenspender an mehreren Stellen.
  • Heuraufe mit Dach, damit das Heu trocken bleibt – siehe Heuraufe.
Heukrippe mit Dach

Kerbl Pet Heukrippe Nature, 45 × 32 × 33 cm

Ideal für: Gruppen und Außengehege.

Große Heukrippe aus naturbelassenem Holz zum Aufstellen. Rundum zugänglich, mit abnehmbarem Spitzdach zum Befüllen, das das Heu draußen vor Regen schützt. Breite Standfüße sorgen für sicheren Stand.

  • Viel Volumen
  • Von allen Seiten zugänglich
  • Dach schützt vor Regen
  • Braucht Stellfläche
  • Holz draußen witterungsabhängig
Schutzhütte

zooprinz Premium Hasenstall Mukkel aus Vollholz

Ideal für: Schutzhütte im großen Außengehege.

Zweistöckiger Stall aus gestrichenem Vollholz mit Rampe, aufklappbarem Dach und großer Kotschublade mit Metallboden. Laut Hersteller wetterfest und mit ungiftiger Farbe behandelt – ideal als trockene Schutzhütte innerhalb eines großen Außengeheges.

  • Kotschublade mit Metallboden erleichtert das Reinigen
  • Wetterfest gestrichenes Vollholz
  • Dach zum Öffnen
  • Als alleinige Unterkunft viel zu klein
  • Für den Winter zusätzlich mit Stroh polstern

5. Typische Fehler

  • Sechseckiges Kaninchengeflecht statt Volierendraht – wird von Füchsen aufgebissen.
  • Kein Dach – Greifvögel, Marder und Waschbären kommen von oben.
  • Kein Untergrabschutz – Kaninchen graben sich hinaus, Füchse hinein.
  • Lücken zwischen Draht und Boden oder an der Tür.
  • Zu wenig Schatten – Hitze ist für Kaninchen gefährlicher als Kälte.

Häufige Fragen

Welcher Draht ist für ein Kaninchengehege der richtige?

Verschweißter Volierendraht mit einer Maschenweite von etwa 19 × 19 mm und einer Drahtstärke ab etwa 1 mm. Sechseckiges Hasengeflecht ist für den Raubtierschutz ungeeignet.

Wie tief muss der Untergrabschutz sein?

Etwa 40 bis 60 cm tief, alternativ flächig unter dem gesamten Gehege verlegt und an den Wänden befestigt.

Was kostet ein selbst gebautes Kaninchengehege?

Das hängt von Größe und Material ab. Pro Quadratmeter ist ein Eigenbau meist günstiger als ein fertiger Stall – und vor allem deutlich größer und sicherer.

Kann ich ein Hühnergehege für Kaninchen verwenden?

Als Grundgerüst ja, aber das mitgelieferte Geflecht muss meist durch verschweißten Volierendraht ersetzt und ein Untergrabschutz ergänzt werden. Mehr im Ratgeber Kaninchen-Außengehege.

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